Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes
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Aktuelles



Inhalt
  • Auseinandersetzungen mit Neonazis am vergangenen Samstag in Siegen. - Was ist geschehen? Wo waren Polizei und Staatsschutz? (27.05.2014)
  • Hitler, Hindenburg und der Gauleiter Wagner sind Ehrenbürger von Wilnsdorf-Obersdorf (03.10.2013)
  • Unser Entwurf für den Walter-Krämer-Platz (06.09.2013)
  • Nachruf (22.02.2013)
  • Verschwiegene Geschichte der Netphener Sinti (27.01.2013)
  • Stolpersteinverlegung für Walter Krämer in Hannover (04.12.2012)
  • Niemand ist vergessen! Von der Gestapo ermordet. (18.11.2012)
  • Tagung „Neofaschismus und Krise“ diskutierte Problemfeld aus verschiedenen Perspektiven (05.11.2012)
  • Stellungnahme der VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein zum Bericht "Extremismus - Regionale Szene und Aktivitäten/Projekte und Angebote zur Prävention von Gewalt und Extremismus - im Kreis Siegen-Wittgenstein" (12.09.2012)
  • Hannover erinnert an Arzt von Buchenwald Walter Krämer (04.09.2012)
  • Thüringer Allgemeine erinnert an Walter Krämer (23.06.2012)
  • Symposium "Leben im Widerstand": Tagungsdokumentation erschienen (18.06.2012)
  • Netphen gedenkt Deportation jüdischer Bürgerinnen und Bürger vor 70 Jahren (30.04.2012)
  • Siegener Rat beschließt Ehrung für Walter Krämer! (29.02.2012)
  • Platz vor dem Kreisklinikum wird Walter-Krämer-Platz/Erklärung der VVN-BdA (23.02.2012)
  • Prozess gegen Siegener Nazis (31.01.2012)
  • 16. Dezember: Auch in diesem Jahr ruft das Siegener Bündnis für Demokratie wieder zum Ge(h)denken auf. (06.12.2011)
  • "Wir dürfen in aller Bescheidenheit feststellen..."/Presseschau und Kurzbericht zum Symposium "Leben im Widerstand" (24.10.2011)
  • Stellungnahme der VVN-BdA zur derzeit möglich scheinenden Einigung hinsichtlich einer Ehrung Walter Krämers (23.09.2011)
  • PM: Symposium für Walter Krämer und Vorschlag zur Ehrung aus dem Kreishaus (09.09.2011)
  • Wieder keine Ehrung für Walter Krämer. (26.05.2011)
  • Mitglieder der Schwulen Initiative Siegen gedenken der homosexuellen Männer die im KZ Buchenwald inhaftiert waren. (19.04.2011)
  • Bewegender Gedenktag auf dem Ettersberg bei Weimar. Walter Krämer stand im Zentrum des Gedenkens. (18.04.2011)
  • Von der Landesdelegiertenkonferenz der VVN-BdA NRW (05.03.2011)
  • No pasaran! - Sie kamen wieder nicht durch. (21.02.2011)
  • Presse berichtet über unsere Veranstaltung zum 27. Januar in Netphen (27.01.2011)
  • Am 19.02.2011: Dresden Nazifrei! (21.01.2011)
  • Unser Stand beim GehDenken! 2010 (17.12.2010)
  • GehDenken! 2010 (07.12.2010)
  • Unterschriften übergeben: Walter Krämer endlich ehren! (11.11.2010)
  • Unterschriftenkampagne beendet (06.11.2010)
  • VVN-BdA unterstützt Aktionstag für soziale Gerechtigkeit (05.11.2010)
  • "Nackt unter Wölfen" im Viktoria-Kino gezeigt
  • VfB Wilden schließt Neonazi-Fußballer aus (Update: 17.11.2010)
  • Offener Brief der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e.V. an Bürgermeister Steffen Mues
  • Resolution des Siegener Antifaschistischen Ratschlag
  • 65. Jahrestag der Befreiung - Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
  • NoNPD-Kampagne der VVN-BdA


  • Pressemitteilung

    Auseinandersetzungen mit Neonazis am vergangenen Samstag in Siegen. - Was ist geschehen? Wo waren Polizei und Staatsschutz?

    Am vergangenen Samstagmorgen war der Parkplatz der Siegerlandhalle Treffpunkt von ca. 20 bis 30 Neonazis aus der weiteren Region. Aber auch PKWs aus Gütersloh und Bonn wurden gesichtet. Ziel war eine Veranstaltung des bayrischen Neonazi-Kaders Patrick Schröder in der mittelfränkischen Gemeinde Scheinfeld. Doch das Event musste auf öffentlichen Druck hin abgesagt werden und die Nazis brauchten gar nicht erst abreisen.

    Es kam wie es kommen musste. Etwa 15 bis 20 der Neonazis liefen ziellos durch die Siegener Oberstadt und machten sich schließlich in einer der dortigen Kneipen breit. Schon bald gerieten sie aufgrund ihres aggressiven Verhaltens in eine Auseinandersetzung mit jungen Leuten. Der Streit eskalierte, wie wir es in der Region wohl noch nie erlebt haben dürften, und endete für einen jungen Antifaschisten mit einem Schädelbruch im Krankenhaus. Nach Ausbruch des Konflikts war dann auch endlich die Polizei vor Ort.

    "Live H8", "Live Hate" gesprochen, lautet der Name eines der größten Rechtsrock-Events der militanten Neonazi-Szene der letzten Jahre. Rund 1.000 Rechtsrock-Fans kamen im vergangenen Oktober zu der vom bayerischen NPD-Funktionär organisierten Szene-Veranstaltung. Am vergangenen Samstag sollte das "Live H8 II" nun stattfinden. Angekündigt waren für Samstagabend die Szenebands "Nahkampf", "Sturmwehr", "Terrorsphära", "Terrortorium" und "Words of Anger". Zudem sei laut der "Antifaschistischen Informations- und Dokumentations- und Archivstelle München e.V. - a.i.d.a." die Hooligan-Band "Kategorie C" gesichtet worden. Aufgrund des örtlichen Widerstandes der Bürgerinnen und Bürger, der letztendlich durch einen Gerichtsentscheid Bestätigung fand, musste diese Neuauflage des Szeneevents jedoch am Samstagnachmittag kurzfristig abgesagt werden. "Wir raten also allen ab sofort von einer Anreise ab", teilte der Veranstalter den anreisenden Neonazis mit. Quelle für diese Informationen ist das Antifa-Portal www.endstation-rechts.de (http://www.endstation-rechts.de/news/kategorie/musik-konzerte/artikel/live-h8-ii-neonazi-szeneevent-faellt-aus.html).

    Die Behörden hätten also in vielfacher Hinsicht vorgewarnt sein müssen. Polizei wurde an der Siegerlandhalle aber nicht gesichtet. Warum bleibt der hiesigen Polizei und der Staatsschutzabteilung ein solches Event verborgen? Warum haben die Ermittlungsbehörden trotz aller Warnzeichen hinsichtlich erneut aufkeimender neofaschistischer Umtriebe in Siegen-Wittgenstein der jüngeren und jüngsten Vergangenheit scheinbar keine Ahnung davon, dass Siegen ein Sammlungsort der überregionalen Naziszene ist?

    In Dortmund, wo am vergangenen Sonntag Neonazis eine Wahlparty im Rathaus überfallen hatten, nachdem klar war, dass der bekannte Nazi Siegfried Borchert (SS-Siggi) für die Nazipartei "Die Rechte" einen Sitz im dortigen Rat errungen hatte, mussten die Staatsschutzbehörden inzwischen eingestehen, dass sie das Gefährdungspotential falsch eingeschätzt hatten. Auch hier zahlten dies etliche Menschen mit Verletzungen an Leib und Seele.

    Nach den unruhigen Jahren 2008 bis 2011, in denen die sogenannten "Freien Nationalisten Siegerland" die Region terrorisierten, ist die Handlungsweise der Polizei so nicht hinnehmbar. Damals versprach man uns nun genauer hinsehen zu wollen. Doch auch diesmal ist dies wohl wieder gründlich in die Hose gegangen und endete für einen jungen Mann schwer verletzt im Krankenhaus.

    So schön der erfolgreiche Protest gegen das "Live H8 II" auch ist, eine solche kurzfristige Absage birgt eine Gefahr ausgehend von den frustrierten, nun nicht anreisenden Faschisten in Ihrer Region und an den Sammelplätzen. Hier sind die Ermittlungsbehörden gefordert, die eigentlich in engem Kontakt mit ihren bayrischen Kolleginnen und Kollegen hätten stehen müssen, um auf diese entstandene Gefahrensituation auch in Siegen reagieren zu können.

    Wir sind der festen Überzeugung, dass diese Eskalation zu verhindern gewesen wäre, wenn die Ermittlungsbehörden ihr Versprechen von damals eingelöst hätten und aufmerksamer wären und es eine Vernetzung mit anderen Ermittlungsbehörden geben würde, wie es uns z.B. mit Einrichtung einer Zentralkartei für militante Neonazis suggeriert wurde.

    Aber was war denn los als sich in Freudenberg ein Szene-Treffpunkt etablierte? Es war das Engagement der Medien, von Bürgerinnen und Bürgern und Antifaschistinnen und Antifaschisten, die schlussendlich zur Schließung der braunen Brutstätte führten. Was war mit den Schändungen der jüdischen Friöfe in Siegen und Bad Berleburg am 10. November 2013? Es wurde das Ausmaß verschwiegen, dem Protest und der Empörung so der Wind aus den Segeln genommen. Was aus den jüngsten antisemitischen Straftaten in Hilchenbach wird, bleibt noch abzuwarten. Die mit rechten Phrasen beschmierten Wahlplakate im gesamten Kreisgebiet hat wohl jeder von uns mit Schrecken zur Kenntnis genommen.

    Wir bleiben weiter wachsam und aktiv. Und wir schauen der Politik und den Behörden weiterhin kritisch auf die Finger. Beide sind uns wieder einmal etliche Antworten schuldig. Vielleicht können wir darüber reden, wenn jetzt das Wahlkamptheater endlich wieder vorbei ist.

    Aus der Presse: Rechte Gewalt - Siegener Student verletzt im Krankenhaus, 27.05.2014, WR/WP

    Kritik an Polizei und Staatsschutz nach Neonazi-Attacke in Siegen, 27.05.2014, WR/WP

    Dortmund: Nach Rathaus-Krawall. Der Staatsschutz auf dem Prüfstand, 27.05.2014, RuhrNachrichten.de

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    Ehrenbürgerschaft

    Hitler, Hindenburg und der Gauleiter Wagner sind Ehrenbürger von Wilnsdorf-Obersdorf

    Diese Kopie des Protokolls der Gemeinderatssitzung vom 24.04.1933 des Gemeinderats von Obersdorf wurde der VVN-BdA durch einen Sammler regionaler Geschichte zugänglich gemacht. Auch dieser ist nur im Besitz einer Kopie, über den Verbleib des Originaldokuments haben wir zurzeit, trotz weiterer Recherchen, keine Kenntnis. Wir halten das Dokument unbedingt für echt.

    Eine öffentliche Widerrufung der genannten drei Ehrenbürgerschaften durch die Gemeinde Wilnsdorf sollte nach unserer Auffassung zeitnah geschehen.



    (zum Vergrößern
    rechte Maustaste/Grafik anzeigen)
    160

    Die Gemeindevertretung von Obersdorf
    besteht aus dem Gemeinde = Vorsteher und
    6 Gemeinde = Verordneten.
    Anwesend sind
    unter dem Vorsitz des
    stellv. Gem. Vorstehers Becker
    Gem. Verordneter F. W. Müller
    Wirth
    Stangier
    Höckber
    Hoffmann
    Heupel

    verhandelt Obersdorf
    am 24. April 1933
    No. 78
    In der heutigen Sitzung der Gemeindever-
    tretung von Obersdorf
    zu welcher die Mitglieder ordnungsmäßig
    eingeladen und in beschlussfähiger Anzahl,
    wie nebenstehend näher vermerkt, erschienen
    waren, wurde Folgendes verhandelt und
    beschlossen:

    (handschriftlicher Teil)
    1) Auf einen Dringlichkeitsantrag der
    Ortsgruppe Obersdorf der NSDAP
    wird einstimmig beschlossen
    dem Reichspräsidenten von Hindenburg
    dem Reichskanzler Adolf Hitler
    dem Gauleiter Dr. Josef Wagner in Bochum
    in Anbetracht ihrer großen Verdienste um
    die nationale Erhebung u. den Wieder-
    aufbau unseres Vaterlandes die
    Ehrenbürgerschaft der Gemeinde Obersdorf
    zu verleihen.

    2) (Anmerkung: nicht relevanter Tagesordnungspunkt)


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    Entwurf

    Unser Entwurf für den Walter-Krämer-Platz

    Gemeinsam mit dem Netphener Künstler Bernd Heinemann hatte sich die VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein am Künstlerwettbewerb für den Walter-Krämer-Platz beworben.

    Leider kam unser Vorschlag nicht in die engere Auswahl von nun noch zwei im Wettbewerb verbliebenen Beiträgen. Die Westfälische Rundschau berichtete hierüber: Künstlerwettbewerb: Walter-Krämer-Platz nimmt nächste Hürde (25.07.2013)

    Wir möchten der Öffentlichkeit dennoch unseren Beitrag vorstellen und sind sehr gespannt auf das Ergebnis des Wettbewerbs. Über Feedback zu unserem Entwurf würden wir uns sehr freuen.

    Neben den Bildern liegt hier auch die schriftliche Begründung zum Entwurf vor. Laut Wettbewerbsregeln durfte diese nicht länger als eine Din A4-Seite sein.

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    Nachruf

    Am 16. Februar 2013 verstarb in Netphen unsere Freundin Eleonore Schmallenbach-Schmitz im Alter von 86 Jahren.

    Die VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein trauert mit den Angehörigen.

    Viele von uns haben sie persönlich kennen gelernt bei Veranstaltungen am Petersplatz und im Heimatmuseum der Stadt Netphen - oder im Wohnzimmer der Familie Mertens in kleiner Runde. Sie beeindruckte durch ihre „strackforde“ Art und Persönlichkeit - und das was sie tat, was sie bewirkte.

    Sie war, nein ist und bleibt für uns die Freundin der verschleppten und ermordeten Anita Faber, an die und deren Familie heutzutage in Netphen offiziell gedacht wird, weil nicht zuletzt „Lori“ von ihr erzählte.

    Sie durchbrach mit ihren Berichten ein Jahrzehnte währendes Schweigekartell und regte andere noch lebende Zeitzeugen an, ihrerseits den Mund aufzumachen und über Netphener Opfer und Täter der NS-Zeit zu berichten.

    Ihr Besuch in den Zehnten Klassen der Netpher Realschule als Zeitzeugin im Jahr 2011 wird den Schülerinnen und Schülern in steter Erinnerung bleiben. Dies versicherte uns deren Lehrerin vor wenigen Tagen noch einmal in einem Schreiben.

    Die Geschichte der späten Aufklärung über das Schicksal jüdischer Mitbürger Netphens und neuerdings das der Eschenbacher „Zigeuner“ ist untrennbar mit Eleonore Schmallenbach- Schmitz verbunden.

    Wir werden die Erinnerung an „Lori“ wach halten, indem wir uns in ihrem Sinne weiterhin für die Aufklärung dieses düsteren Kapitels Heimatgeschichte einsetzen.

    Folgende Zeilen schrieb Sie einmal anlässlich eines Klassentreffens ihres Schuljahrgangs im Jahre 1974:

    Wie mir ih de Schorl kome, wat wor det for en Zitt?
    Et wor da grad bem Hitler sowitt.
    De Jonge machde en Diener, de Mädcher en Knix,
    awer ob einmol wor det oll nix.
    Du wur gegrüsst bet erhorwener Hand,
    mr gelobte de Treue dem Vaterland.

    Watt härret os brocht? nur Erlend on Noord,
    on mancher va os sturw der Heldendoord.
    Arns Hans on Horns Paul, sie blewe im Osten,
    die onnern stonne om verlorene Posten.
    On det schreckliche Lors vom Anita wor,
    et wur vergast hennerm Konzentrationslagerschtor.

    No wommer doch hoffe on won bäre,
    det mr so en Zitt net nommo erläwe.

    Lori Schmallenbach, Mai 1974
    "Erinnerung an die Schulzeit 1933 - 1941, Erstes Klassentreffen Mai 1974"

    Danke, Lori!

    VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein


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    Sinti und Roma

    Holocaust-Gedenktag
    Verschwiegene Geschichte der Netphener Sinti


    Die Westfälische Rundschau berichtete über die Pressekonferenz der VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein zum Schicksal zweier Sinti-Familien aus Netphen-Eschenbach.

    In der Netphener Geschichtsschreibung war hierüber bislang nichts zu erfahren.

    Die Spuren der Männer, Frauen und Kinder führen von Eschenbach aus in die Konzentrationslager Buchenwald, Mittelbau-Dora, Dachau und Ravensbrück und das Vernichtungslager Auschwitz.


    (Klick auf das Bild führt zum Artikel auf dem Webportal http://www.derwesten.de)


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    Hannover

    Stolpersteinverlegung für Walter Krämer in Hannover

    Am Dienstag, den 04. Dezember, wurde vor dem Eingang der Buchhandlung Lehmanns in der Heiligerstrasse 16 in Hannover ein Stolperstein für den Siegener Kommunisten Walter Krämer verlegt. In dem Haus in der Heiligerstrasse war bis 1933 das Parteibüro der Kommunistischen Partei, deren Bezirksleiter Walter Krämer war.

    An der Veranstaltung nahmen auch Mitglieder der VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein, die die Patenschaft für den Gedenkstein übernommen hatte, und Vertreterinnen und Vertreter der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald teil. Der Künstler Gunter Demnig selbst übernahm die Verlegung des Steins.

    Die Ansprachen hielten die Bezirksbürgermeisterin Anne Bonfert (Bündnis 90/Die Grünen) und Torsten Thomas für die VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein. Die Songgruppe der VVN Hannover untermalte die gelungene Veranstaltung, an der ca. 40 Menschen teilnahmen, mit mehreren Liedbeiträgen.

    Während Frau Bonfert an die Leistungen Krämers während seiner KZ-Haft im Konzentrationslager Buchenwald erinnerte, dankte Torsten Thomas allen Beteiligten für das schnelle und unkomplizierte Zustandekommen der Ehrung für Walter Krämer: „Es tut wirklich gut, zu spüren und zu sehen, dass eine deutsche Stadt auch schneller reagieren kann, um ein wirkliches Vorbild zu ehren“.

    Am selben Tag wurden insgesamt 21 Stolpersteine verlegt. Fünf weitere für jüdische Opfer, für ein Opfer der Zeugen Jehovas und, besonders bewegend, für eine Sinti-Familie, deren 14 Angehörige, darunter viele Kinder, alle in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort ermordet wurden.

    Torsten Thomas fasst den Tag so zusammen: „Die sieben Stationen der Verlegung haben mir noch einmal verdeutlicht, wie grotesk die Unterscheidung und Aufrechnung der verschiedenen Opfergruppen ist. Alle Menschen derer gedacht wurde, haben in Hannover gelebt und waren Bürgerinnen und Bürger dieser Stadt. Sie wurden Opfer eines verbrecherischen Regimes. Das ist es, worum es uns heute gehen muss.“

    Bilder der Verlegung
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    Volkstrauertag

    Niemand ist vergessen! Von der Gestapo ermordet.

    Am gestrigen Volkstrauertag gedachten Mitglieder der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der AntifaschistInnen Siegerland–Wittgenstein (VVN-BdA) der Zwangsarbeiter auf dem Friedhof in Siegen-Breitenbach.

    Auf diesem Friedhof befinden sich neben der Gedenkstätte für die Gefallenen des Siegener Ortsteils Breitenbach auch vier Gräber von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen aus Osteuropa, von denen zwei namentlich bekannt sind: der russische Staatsbürger Alexander Kostenko (17.01.1926 – 01.02.1945) und das Kleinkind einer polnischen Zwangsarbeiterin, Katharina Wawrzyk (22.03.1944 – 03.04.1944).

    Zwei Gräber tragen nur die Aufschrift „Unbekannter Soldat“ und die Jahreszahl 1944. Aus dem Gedenkbuch der Stadt Siegen geht hervor, dass es sich hier um russische Staatsbürger handelt. Das waren bisher die einzigen Informationen zu diesen Gräbern.

    Durch die Recherchen der VVN–BdA im Archiv des Internationalen Suchdienstes (ITS) in Bad Arolsen konnten jetzt Dokumente ausfindig gemacht werden, die weitere Einzelheiten und die Todesumstände dieser beiden unbekannten Menschen preisgeben. Im Mai 1946 musste das Amt Netphen, zu diesem gehörte Breitenbach damals, alle Gräber von Bürgen nichtdeutscher Herkunft dokumentieren und Sterbeurkunden für diese Menschen ausstellen, auch für die Unbekannten auf dem Friedhof in Breitenbach.

    Aus dieser Meldung geht hervor, dass es sich um die Leichen von zwei unbekannten russischen Kriegsgefangenen handelt, die in einem Lager für Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter bei der Firma Gontermann und Peipers in Kaan – Marienborn untergebracht waren. Ihre Leichen wurden Anfang November 1944 in der Gemarkung Breitenbach gefunden. Das Dokument gibt auch Aufschluss darüber, wie mit ZwangsarbeiterInnen umgegangen werden konnte, denn bei der Angabe über die Todesursache heißt es wörtlich: „Durch ehemalige Gestapoangehörige erschossen“.

    Hierzu Torsten Thomas, VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein, der die Recherchen führte: „Wenn dort steht „ Durch ehemalige Gestapoangehörige erschossen“ waren dem Standesbeamten, der die Sterbeurkunden ausstellte, diese schrecklichen Todesumstände bekannt. Dann kannte er sicher aber auch die Täter. Viele Gestapobeamte gab es in Siegen nicht und diese waren eigentlich überall bekannt, doch die Namen der Täter wurden verschwiegen, bis heute."

    Die VVN-BdA wählt den Volkstrauertag für das Gedenken in Breitenbach bewusst aus, ist es doch die Intension des Volkstrauertages allen Kriegstoten und Opfer der Gewaltherrschaft zu gedenken, auch der Angehörigen anderer Nationen.

    "Niemand ist vergessen!" steht auf der Schleife des Gesteckes, welches die Mitglieder der VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein an diesem regenerischen Sonntag auf dem kleinen Gräberfeld in Breitenbach niederlegen.

    zwangsarbeitimsiegerland.blogsport.de


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    Tagung

    Tagung „Neofaschismus und Krise“ diskutierte Problemfeld aus verschiedenen Perspektiven

    Rund 60 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, darunter viele Studierende, haben am vergangenen Samstag, den 3. November 2012 auf Einladung der Landesvereinigung Nordrhein-Westfalen und der Kreisvereinigung Siegerland-Wittgenstein der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) sowie der Marx-Engels-Stiftung im Rahmen einer Tagung an der Universität Siegen gemeinsam das Thema „Neofaschismus und Krise“ diskutiert. Eingeladen waren hierzu als sachkundige Referierende u.a. Prof. Dr. Manfred Weißbecker (Jena), Ulla Jelpke (MdB, Die Linke) und Jürgen Lloyd (Krefeld). Durch die unterschiedlichen individuellen Zugänge der Referierenden war es möglich, sich der Problematik aus verschiedenen Blickwinkeln zu nähern.

    Während der Historiker Weißbecker die geschichtlichen Umstände der Zerstörung der Weimarer Demokratie und der Etablierung der NS-Diktatur in den Jahren nach der Weltwirtschaftskrise von 1929 untersuchte, und dabei vor allem auf ohnehin unter den gesellschaftlichen Eliten vorhandene antidemokratische Einstellungen rekurrierte, trug die Bundestagsabgeordnete und innenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Ulla Jelpke, zuvorderst Fakten über die Verstrickungen von Geheimdiensten einerseits und der gewaltbereiten rechtsextremen Szene in der Bundesrepublik vor. Aufgrund der Tatsache, dass Prof. Dr. Herbert Schui (Hamburg), der zum Zusammenhang von Neoliberalismus und Rechtsextremismus referieren wollte, kurzfristig verhindert war, stellte Phillip Becher einige aktuelle Entwicklungstendenzen im gegenwärtigen Rechtspopulismus dar. Jürgen Lloyd referierte über das Problem von „Querfront“-Ansätzen, die eine besonderes aggressive Form rechter Sozialdemagogie darstellen und die, wie Lloyd mit Beispielen aus der politischen Praxis unterstreichen konnte, leider auch unter wohlmeinenden Demokratinnen und Demokraten Anknüpfungspunkte vorfinden.

    Der Organisator der Tagung Phillip Becher war mit dem Verlauf hoch zufrieden: "Trotz oder gerade wegen des hochwertigen Niveaus der einzelnen Beiträge war die Diskussion lebhaft und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer beteiligten sich rege. So wurde nicht nur kontrovers über den Charakter des historischen NS-Regimes, sondern auch über die Frage der Möglichkeiten und Grenzen demokratischer Gegenwehr diskutiert."





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    Stellungnahme

    Stellungnahme der VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein zum Bericht "Extremismus - Regionale Szene und Aktivitäten/Projekte und Angebote zur Prävention von Gewalt und Extremismus - im Kreis Siegen-Wittgenstein"

    Wir begrüßen sehr, dass sich die Gremien des Kreistages zu dieser Form der jährlichen Berichterstattung entschieden haben, zumal dies doch ursprünglich auf einen Antrag der VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein zurück geht. Es wird jedoch deutlich, dass der ursprüngliche Antrag einige, den kommunalpolitischen Gegebenheiten geschuldeten Verzerrungen über sich ergehen lassen musste. Unser Antrag sah u.a. die Entwicklung eigenständiger Kreisprogramme gegen den Rechtsextremismus in der Region vor. Von diesen ist aber nach wie vor nicht wirklich etwas zu erkennen, was wir sehr bedauern. Es ist zwar erfreulich, dass sich bereits sieben Schulen aus dem Kreisgebiet am Programm "Schulen ohne Rassismus -Schule mit Courage" beteiligen. Diese Zahl ist aber sicher noch ausbaufähig. Der Kreis als untere staatliche Schulaufsicht steht den Schulen als Ansprechpartner auch für Fragen der Erziehungsarbeit zur Verfügung. Diese Rolle sollte er aktiv gestalten.

    [...weiterlesen/Wegen der Länge als PDF]

    Der Bericht des Kreises kann hier eingesehen werden.


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    Stolperstein

    Hannover erinnert an Arzt von Buchenwald Walter Krämer

    Pressemitteilung

    Auf Initiative der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Siegerland-Wittgenstein (VVN-BdA) wird in der Niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover in diesem Jahr zur Erinnerung an den in Siegen geboren KPD Funktionär Walter Krämer ein Stolperstein durch den Künstler Gunter Demnig verlegt.

    In Hannover wird die Verlegung der Stolpersteine von der Deutsch-israelischen Gesellschaft und dem Projekt Erinnerungskultur der Landeshauptstadt getragen. Sie findet breite Unterstützung durch das Netzwerk "Erinnerung und Zukunft in der Region Hannover", ein Zusammenschluss von über 40 Vereinen und Organisationen, dem auch die Stadt Hannover angehört.

    Stolpersteine werden zur Erinnerung und Mahnung immer am letzten freiwillig gewählten Wohnort des jeweiligen Opfers des Faschismus verlegt.

    Hannover war der letzte freiwillig gewählte Wohnort von Walter Krämer und seiner Frau Liesel. Walter Krämer übernahm hier Ende Mai 1932 die Funktion des politischen Sekretärs der Bezirksleitung Niedersachsen der KPD.

    Walter Krämer wurde in seiner Wohnung in Hannover am 28. Februar 1933, im Zuge der Verhaftungswelle nach dem Brand des Reichstages in Berlin, durch die Kriminalpolizei verhaftet und kam später in das KZ Buchenwald, wo er als „Arzt von Buchenwald“ vielen Häftlingen das Leben rettete.

    Die Verlegung wird unter Beteiligung der VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein am 04. Dezember stattfinden.


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    Weimar

    Thüringer Allgemeine erinnert an Walter Krämer
    Artikel vom 23.06.12

    Unser Leser Frank Hildner sieht den Arzt von Buchenwald wieder besser gewürdigt, als dies 20 Jahre lang der Fall war.


    "Walter Krämer", war der Ehrenname für die ehemalige Medizinische Fachschule in Weimar. Im Juni 2012 jährt sich der Geburtstag des "Arztes von Buchenwald" zum 120. Mal. Unser Leser Frank Hildner blickt auf Krämers Leben und dessen Einschätzung in verschiedenen politischen Systemen zurück.

    Vor 40 Jahren, im Sommer 1972 erhielt eine der größeren Bildungseinrichtungen der Stadt, den Ehrennamen "Walter Krämer". Für die damals Anwesenden ein besonderes Erlebnis, dass zwei Zeitzeugen, die Buchenwaldhäftlinge Ottomar Rothmann und Kurt Roßberg, der Namensgebung beiwohnten. Während Ottomar Rothmann eine lebendige Laudatio auf seinen ermordeten Kameraden hielt, zitierte Kurt Roßberg Kurztexte aus der Dissertation seiner jungen Ehefrau Christine, welche den Leidensweg Walter Krämers im KZ Buchenwald aus der Anonymität geholt hatte.

    Als dann der Weimarer Bildhauer Eberhard Reppold, seine gelungene Krämerbuüte der Öffentlichkeit vorstellte, war ein emotionaler Höhepunkt erreicht. Hier ein Faktum für die Nachgeborenen: Die Medizinische Fachschule "Walter Krämer" der Kliniken und Polykliniken Weimar, hat im Zeitraum von 1972 bis 1990, in dreijähriger dualen Ausbildung, Tausende hochqualifizierte Absolventen in die Praxis entlassen.

    Für all diese jungen Frauen und Männer war der Antifaschist und Humanist Walter Krämer ein unaufgezwungenes Vorbild für ihren selbst gewählten Berufsstand. Hier ist dem Autor noch ein Wunsch des Buchenwaldhäftlings Emil Carlebach im Gedächtnis, den er den Fachschülern empfahl: "Ich kann den jungen Medizinern nichts besseres wünschen, als dass sie werden, wie Walter Krämer war; mutig, gerade, hilfsbereit und immer solidarisch". Dies hatten sie bis heute verinnerlicht, wie dem Autor vielfach bestätigt worden ist.

    Das Grab von Walter und Liesel Krämer auf dem
    Hermelsbacher Friedhof, 21. Juni 2012

    Wer war nun dieser Mann, dessen ethikgeprägte Charaktereigenschaften, vor allem aber dessen autodidaktisch erworbenen medizinischen Kenntnisse und Fähigkeiten uns so faszinierten und die vor allem vielen KZ-Mithäftlingen das Leben retteten?

    Nach dem Reichstagsbrand als KPD-Politiker erneut wegen Hochverrat zu mehrjähriger Haft verurteilt, kam Krämer ins KZ Lichtenberg und 1937 als Häftling in das KZ Buchenwald. Eine unglaubliche "Ausbildung" zum "Arzt von Buchenwald", veränderte sein Leben. Der österreichische Mithäftling Eugen Kogon wählte in seinem Standardwerk "Der SS-Staat" die Worte: "Walter Krämer war eine starke und mutige Persönlichkeit, ungeheuer fleißig und sehr organisationsbegabt; er wurde ein vorzüglicher Wundbehandler und Operateur". In überlieferten Operationsbüchern ist er in 223 Fällen als Operationsassistent eingetragen. Vermutlich hat Krämer selbst operiert, sein Name durfte in den Dokumenten nicht allein stehen. Da er SS-Größen operierte und von Krankheiten befreien musste, illegal jüdische Häftlinge operierte sowie russische Kriegsgefangene pflegte und ständiger Augenzeuge von Unmenschlichkeiten der SS-Ärzte war, wurde er im Außenlager Goslar, am 6. November 1941 ermordet. Die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem ehrte 1999 Walter Krämer posthum mit der Auszeichnung "Gerechter der Völker". Diese Auszeichnung ist die höchste, die der Staat Israel an Nichtjuden vergeben kann.

    Die Auflösung aller Medizinischen Fachschulen im ehemaligen DDR-Gebiet war der Tatsache geschuldet, dass es keine gleichwertige Ausbildung für mittleres medizinisches Personal im alten Bundesgebiet gab. Dies führte auch dazu, dass Walter Krämer wieder in die Anonymität der Geschichte verschwinden musste.

    Der spanische Buchenwaldhäftling Jorge Semprun, benennt in einer seiner letzten Schriften, die erzwungene "Kooperation" zwischen SS und roten Kapos in Buchenwald "schäbig und heldenhaft, blutig und großmütig, tödlich und moralisch". Hier muss man Volkhardt Knigge, Direktor der Stiftung Buchenwald, zustimmen, wenn er sagt: "Es gibt eben nicht die eine Geschichte von Buchenwald, sondern viele und es gilt herauszuarbeiten, wie mit diesem Faktum produktiv umgegangen werden kann". Inzwischen werden die Stimmen lauter, sich der geschichtlichen Wahrheit wieder anzunähern.

    So konnten auch mit großer Genugtuung Siegener und Weimarer Bürger erleben, dass sich ihr jahrzehntelanger Kampf für eine Anerkennung der Leistung Walter Krämers gelohnt hat. Der konservative Stadtrat von Siegen hat nunmehr beschlossen, dem Sohn der Stadt, Walter Krämer, ein Denkmal zu setzen. Bürgermeister Steffen Mens (Anmerkung: "Mues" muss es selbstverständlich heißen!) Begründung zeigt die neue Position: "Es geht bei dieser dauerhaften Ehrung um das humanitäre und selbstlose Handeln und Wirken, das eindeutig über weitem die Kritik an seiner Person überstrahlt".

    Für Weimarer Bürger und Besucher der KZ-Gedenkstätte hat der VVN/BdA Siegerland-Wittgenstein und die Lagergemeinschaft Buchenwald-Dora im Vorraum zum Krematorium eine neue Erinnerungstafel angebracht. Hier kann der Besucher innehalten oder mit einer Blume des 120. Geburtstages von Walter Krämer gedenken.


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    Tagungsdokumentation

    Tagungsdokumentation "Leben im Widerstand "erschienen
    Die VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein veröffentlicht Dokumentation ihres Symposiums zu ehren Walter Krämers.

    Im Oktober des vergangenen Jahres führte die VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein gemeinsam mit der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e.V. unter dem Titel "Leben im Widerstand" ein Symposium anlässlich des 70. Jahrestages der Ermordung Walter Krämers durch.

    Die Hauptvorträge der Tagung von Prof. Dr. Kurt Pätzold "Die Massengefolgschaft und die Einsamkeit der Widerstandskämpfer" und Dr. Ulrich Peters "Wer die Hoffnung verliert, hat alles verloren" - Kommunistischer Widerstand in Buchenwald, sowie alle weiteren Wortbeiträge des Symposiums, sind nun auf einer CD-Rom vollständig als Audio-Versionen, aber auch als Schriftdokumente erhältlich. Daneben vermitteln Bilder und zwei kleine Filme einen guten Eindruck der gelungenen Tagung. Die CD-R wird in einem eigens gestalteten DVD-Slim-Case geliefert.

    Zum Abspielen der CD-R benötigt man einen PC und einen beliebigen Internetbrowser oder ein mp3-fähiges Abspielgerät.

    Der Preis für die Dokumentation beträgt 7,00 €. Die CD-R kann bei der VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein per E-Mail an vvn-bda@gh-siegen.de bestellt werden und wird dann auf dem Postwege versandt.

    Der jetzige Veröffentlichungstermin wurde nicht etwa zufällig gewählt. Walter Krämer wäre am 21. Juni diesen Jahres 120 Jahre alt geworden!



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    70. Jahrestag der Deportation

    Netphen gedenkt Deportation jüdischer Bürgerinnen und Bürger vor 70 Jahren

    Auch in Netphen wurde am vergangenen Samstag der Deportation der Juden aus dem Amt Netphen vor 70 Jahren gedacht.

    Am 27. Juli 1942 wurde die Familie Faber in das Lager Theresienstadt verschleppt. Die Familie Lennhoff, die bei ihren Verwandten in Netphen Unterschlupf finden musste, wurde wenige Zeit später am 27. Februar 1943, in das Vernichtungslager Birkenau gebracht. Alle fanden in den Lagern der Nazis den Tod.

    Etwa 50 Menschen waren dem Aufruf gefolgt. Joe Mertens von der VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein sprach die einleitenden Worte und mahnte, dass Erinnern nicht zur hohlen Phrase verkommen dürfe. Nur wenn aus heutiger Sicht Fragen an die Geschichte gestellt würden, bekäme die Vergangenheit eine Bedeutung für unsere Gegenwart und Zukunft. Felix Dornhöfer und Larissa Herrendörfer von der Jugendfreizeitstätte KOT Dreis-Tiefenbach wandten sich anschließend mit Auszügen aus dem "Appell an die Jugend" der beiden Holocaust-Überlebenden Esther Bejarano und Peter Gingold vor allem an ihre erfreulicher Weise doch recht zahlreich erschienenen Altersgenossen. Die Initiative zu der eigenständigen Veranstaltung in Netphen war ausgegangen von Klaus Decker, dem Leiter der J.F.S. Dreis-Tiefenbach, Christian Kunz, dem Leiter des CAJ Jugendtreff "Checkpoint" in Netphen, und der VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein. Gemeinsam war die Idee entwickelt worden, in einer Kette von Stationen durch die sich beteiligenden Institutionen ein gemeinsames Banner mit einer gemeinsamen Losung zu gestalten, welches dann auch zur Veranstaltung des Siegener Bündnis zum 70. Jahrestag der ersten Deportation mitgenommen werden sollte. Über diesen Weg sollte eine Verbindung zur Aktion hergestellt werden. Aber vor allem sollte der Versuch unternommen werden, mit den Jugendlichen über die Zeit des Nationalsozialismus ins Gespräch zu kommen. Und dies mit einer langfristigen Perspektive. Denn schon im Herbst sollen für die beiden jüdischen Familien auch in Netphen Stolpersteine verlegt werden. Zur großen Freude der Initiatoren stießen weitere Netphener Gruppen und Institutionen zur Aktion hinzu. So schlossen sich bald schon die DPSG (Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg) Dreisbe, die Hauptschule Deuz, die Realschule am Kreuzberg und das Gymnasium Netphen an.

    Sechs Jugendliche legten im Fortgang der Veranstaltung am Gedenkstein für die Opfer des Nationalsozialismus sechs weiße Rosen nieder. Je eine für Berta, Julius und Heinz Lennhoff und Klara und Gustav Faber, so wie ihre Tochter Anita Ruth Faber, die mit nur 15 Jahren von den Nazis ermordet wurde.

    Bürgermeister Paul Wagener unterstrich zum Abschluss der Gedenkfeier noch einmal wie wichtig der Dialog mit der Geschichte ist und wie wichtig es sei, dass gerade junge Menschen sich einmischten und Mut zu Zivilcourage zeigten.

    Etwa 25 Menschen konnten dann dank der Unterstützung des Netphener Bauunternehmers Friedrich Kölsch, der seinen historischen Linienbus zur Verfügung gestellt hatte, gemeinsam nach Siegen fahren, wo man am dortigen Schweigezug teilnahm.


    gedenkeninnetphen01.jpg gedenkeninnetphen02.jpg gedenkeninnetphen03.jpg gedenkeninnetphen04.jpg

    (Bilder zum Vergrößern anklicken.)


    Presseberichte:
    "Der Terror begann nicht erst in Auschwitz" (Vorbericht der Westfälischen Rundschau vom 24.04.2012)
    "Gedenken an die Deportation - Der "Dialog mit der Geschichte" ist wichtig" (Siegerländer Wochenanzeiger vom 03.05.2012)

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    Entscheidung

    Siegener Rat beschließt Ehrung für Walter Krämer!

    Liebe Freundinnen und Freunde,

    es ist geschafft! Fast exakt 15 Jahre nachdem SJD - Die Falken und die damals asta-tragende DLL - Deine Lieblingsliste den Antrag gestellt hatten den Sparkassenvorplatz (heute Scheinerplatz vor dem Apollo-Theater) nach Walter Krämer zu benennen, hat heute der Rat der Stadt Siegen mit großer, parteiübergreifender Mehrheit beschlossen den Platz vor dem Kreisklinikum in Siegen-Weidenau nach dem kommunistischen Widerstandskämpfer zu benennen. Dafür gab es 15 Gegenstimmen und 10 Enthaltungen. Das müssten dann etwa 42 Ja-Stimmen gewesen sein. Die Zusatzbestimmungen (Künstlerwettbewerb und Gedenktafel) wurden unverändert übernommen.

    Bei den Nein-Stimmen waren neben Angehörigen der CDU auch einige wenige Stimmen der Grünen, die diese Form der Ehrung am Kreisklinikum ohne dessen Adressänderung in Teilen als eine Herabwürdigung Walter Krämers ansahen, wie Michael Groß (Bündnis 90/Die Grünen) ausführte. Peter Mörbitz (SPD) bemängelte ebenfalls den Vorschlag und sprach sich ebenfalls für die Adressänderung aus. Außerdem kritisierte er die Spaltung der Person Krämers in einen guten und einen schlechten Teil. Die Person müsse in ihrer Gesamtheit gesehen und bewertet werden. Die SPD stimmte aber geschlossen für den Verwaltungsvorschlag.

    Die Debatte, die endlich einmal der Entscheidung voranging, war in großen Teilen geprägt vom starren Anti-Kommunismus in Teilen der CDU. Bei den Ausführungen von Martin Gräbener (Die LINKE), kam es zu tumultartig Szenen. Zu einem Höhepunkt kam es dabei unverständlicher Weise, als dieser den guten Vorschlag machte, das Kreisklinikum-Siegen GmbH solle doch auf jedes Zimmer im Krankenhaus ein Exemplar des Buches von Karl Prümm und Klaus Dietermann "Walter Krämer - Von Siegen nach Buchenwald" legen. Es kam hiernach zu hässlichen und ausfallenden Zwischenrufen aus den Reihen der CDU. Scheinbar gilt auch dieses Buch dort als kommunistisches Machwerk. Der Hinweis von Frau Höpfner-Diezemann "In unseren Krankenhäusern liegt die Bibel!" ist auf jeden Fall unsinnig, denn niemand hatte gefordert, dass diese dort nicht liegen soll. Traute Fries von der SPD machte den Konservativen dankenswerter Weise hier ein Hintertürchen auf. Sie berichtete von einem Krankenhaus mit entsprechender Vergangenheit, in dem auf A4-Zetteln der Bezug der Einrichtung zur Shoah erläutert wird. Auch eine Möglichkeit, aber der erste Vorschlag ist wohl besser. Vielleicht lässt die CDU ja hier noch mal mit sich reden, wenn sich die Gemüter wieder ein wenig beruhigt haben.

    Dieses Vorkommnis soll exemplarisch sein, für die geführte Debatte. Es gab weitere Stellungnahmen anderer Fraktionen, aber es ist uns nicht möglich diese hier im Einzelnen wiederzugeben. Vielleicht werden wir beizeiten das Ratsprotokoll zu diesem TOP veröffentlichen. Außerdem werden die zahlreich anwesenden Medien morgen ausgiebig berichten.

    Vom Tisch ist die Debatte nach heute jedoch ganz sicher nicht. Spätestens wenn es um die Ausgestaltung des Platzes und die Formulierung eines Gedenktafeltextes geht, werden wir diese in der selben Heftigkeit und Qualität wieder erleben. Darauf müssen wir gefasst sein. Jeglichger Form der Geschichtsklitterung müssen wir dabei entschieden entgegen treten. Das heute hat gezeigt, das wird hart.

    Wer geglaubt hat, mit einem Grundsatzbeschluss heute, sei die Auseinandersetzung um die Geschichte beendet (Es war heute wieder viel vom Schlussstrich die Rede.), der hat sich getäuscht.

    "Die Vergangenheit ist ein Prolog."



    Das wurde beschlossen:

    Allgemeine Vorlage (63 KB)

    Lageplan (170 KB)


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    Walter Krämer

    Erklärung der VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein zur Benennung des Platzes vor dem Kreisklinikum in Siegen-Weidenau nach Walter Krämer

    Wir möchten allen Beteiligten am Zustandekommen des nun vorliegenden Kompromisses unseren herzlichen Glückwunsch zum Ausdruck bringen. Wir haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass wir die Idee der Benennung des Platzes vor dem Kreisklinikum für eine ausgezeichnete Idee halten. Wir sehen darin auch einen vorläufigen Höhepunkt unserer langjährigen Bemühungen um eine angemessene Würdigung der Verdienste des Kommunisten Walter Krämer in seiner Heimatstadt Siegen.

    Und dennoch sind wir den Weg bis dort hin nicht bis zum Schluss mitgegangen. Wir halten die Adressänderung für angemessen. Die vorgetragenen Argumente dagegen können uns nicht zufrieden stellen.

    Durch die Änderung der Anschrift des Kreisklinikums würde eine repräsentative, würdige Einheit von Platz und Gebäude entstehen, die die Verbundenheit der Stätte der Ehrung mit dem Wirken Walter Krämers im Häftlingskrankenbau des Konzentrationslagers Buchenwald in ganz besonderer Weise zum Ausdruck bringt.

    In ähnlicher Weise hatte der Bürgermeister von Lennestadt im Jahr 2010 die Änderung der Anschrift des dortigen Rathauses begründet, als der davor liegende Platz in Thomas-Morus-Platz umbenannt wurde.

    Nach all den jahrzehntelangen Schmähungen halten wir die Umsetzung auch dieser Forderung für angebracht, wäre doch auch die Forderung nach Benennung des Kreiskliniums aus unserer Sicht angemessen. Anderen Persönlichkeiten der Siegener Stadtgeschichte wird eine solche Ehre schließlich auch zu teil. Nehmen wir zum Beispiel einmal die Fritz-Busch-Musikschule.

    Die Änderung der Anschrift könnte schleichend vonstatten gehen. Zwei Adressen könnten gut längere Zeit nebeneinander existieren. Aber das ist dann wohl doch alles ein wenig zu viel des Guten. Denn die Adressänderung würde eine weitere Aufwertung der Person Walter Krämers bedeuten, das dürfte klar sein.

    Wir begrüßen die Hinzuziehung externen Sachverstandes. Es wird helfen, die geschichtsverfälschenden Töne aus der Region zum Schweigen zu bringen. Es tut gut, solche Sätze zu lesen wie "Krämer hat das Lebensrecht aller Menschen verteidigt." wie Rikola-Gunnar Lüttgenau von der Gedenkstätte Buchenwald es am Dienstag formuliert hat.

    Es bleibt nun abzuwarten, ob die konservative Mehrheit im Rat der Stadt Siegen Bürgermeister Mues folgen wird und bereit ist, dem Kommunisten Krämer die lange Jahre versagte Würdigung zuzuerkennen. Es wäre nicht auszudenken, es käme hier erneut zu einer Niederlage. Auch einzelne Gegenstimmen aus dem konservativen Lager wären schon ein kleiner Schatten auf dem guten Erfolg.

    Wie die Diskussion um die Ausgestaltung der Anlage vor dem Kreisklinikum verlaufen wird, werden wir konstruktiv und kritisch begleiten. Unsere Erinnerungsarbeit und unser antifaschistisches Engagement enden ganz sicher nicht mit der Übergabe des Walter-Krämer-Platzes an die Öffentlichkeit im Jahre 2014.

    Die Erklärung als PDF (33 KB)


    Presseberichte:

    Walter-Krämer-Platz am Klinikum (Westfälische Rundschau, 22.02.2012)

    Walter Krämer - Ziel in Sicht (Siegener Zeitung, 22.02.2012)


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    Nazis vor Gericht

    Erklärung der VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein
    zur Berichterstattung über den Prozess gegen Siegener Neonazis

    "Neonazis müssen für Überfall bezahlen", Westfälische Rundschau vom 31.01.2012
    "Fehler bei Gericht: Prozess publikumslos", Siegener Zeitung vom 31.01.2012

    Viel zu häufig liest man derzeit von Pannen der Justiz- und Ermittlungsbehörden im Zusammenhang mit Naziumtrieben. Nun also auch hier in Siegen. Obwohl es ja auch in der Vergangenheit nicht gerade gut bestellt war, trotz der hohen Zahl von rechtsextremistischen Gewalttaten in unserer Region, um die polizeiliche Aufklärungsquote.

    Was nun passiert ist, mutet wie eine vermeintliche Bagatelle an. Doch die Öffentlichkeit hat ein Recht an solchen Prozessen teilzunehmen. Das ist Teil der wichtigen öffentlichen Auseinandersetzung mit dem Problem Rechtsextremismus. Der Angeklagte muss aber auch zur Kenntnis nehmen können, dass seine Straftaten an die Öffentlichkeit gezogen werden. Seine öffentliche Verurteilung ist Teil des Abschreckungsgedankens.

    Doch die größere Panne, die sich ereignet hat, sieht man erst auf den zweiten Blick. Dabei wiegt diese viel schwerer. Da ziehen junge Männer aus der rechten Szene mit Eisenstange und Hammer los, um dem politischen Gegner materiellen Schaden, Angst und Schrecken einzujagen und werden lediglich zu einer Geldstrafe verurteilt. Hat das Gericht sich mal gefragt, was die drei jungen Männer vielleicht mit den Gewalttaten der letzten drei Jahre zu tun haben? Dass es sich hier nicht um Gelegenheitstäter handelt, sondern um den Kern des militanten Rechtsextremismus in Siegen-Wittgenstein? Diese Verurteilung ist keine Abschreckung, sondern die Einladung genau dort weiterzumachen, wo sie aufgehört haben. Eine Geldstrafe birgt entgegen einer Verurteilung zu Sozialstunden oder ähnlichem zudem die Gefahr, dass finanzkräftige Hintermänner in Vorleistung treten, was ergo für die Angeklagten mit Straffreiheit gleichbedeutend wäre und geeignet wäre sie noch enger an das verbrecherische Milieu zu binden.

    Eine zur Bewährung ausgesetzte Strafe hätte u.a. dazu führen können, einige Leute in der Region wenigstens eine zeitlang vor dem braunen Mob zu schützen. Was in den letzten Jahren alles geschehen ist, kann im Internet nachgelesen werden. Der Siegener Antifaschistische Ratschlag hat eine unvollständige Auflistung rechter Gewalttaten seit Februar 2009 veröffentlicht, auf der 32 teils schwerwiegende Delikte benannt sind. Es fehlen die zahllosen Aufmärsche und Veranstaltungen und die so genannten Propagandadelikte, wie das verteilen von hetzerischen Flugblättern und Aufklebern.

    Es handelt sich also beileibe nicht um Einzeltaten. Sie gehen allesamt auf das Konto der FNSI (Freie Nationalisten Siegerland), deren harter Kern hier vor Gericht stand. Die Ermittlungsbehörden haben hier deutlich eine Chance verpasst.

    Dr. Oliver Decker von der hiesigen Universität hat im Auftrag der Stadt Siegen im Rahmen des Lokalen Aktionsplans für das Bundesprogramm "Toleranz fördern - Kompetenzen stärken" eine Untersuchung vorgelegt, in der er die Auffassung vertritt, dass die Neonaziszene im Siegerland sich derzeit in einer Konsolidierungsphase befindet und weist auf die überregionale Vernetzung der örtlichen Szene hin.

    Bei uns allen müssen da die Alarmglocken schrillen. Jetzt, und nicht erst wieder dann, wenn wir einem Problem hinterherlaufen müssen. In Siegen tut sich da schon länger was. Vielleicht sollten die Siegener Juristen mal mit der Lektüre der Untersuchung von Dr. Decker beginnen. Im Rathaus wird man sicher so nett sein und dem Landgericht einige Exemplare zur Verfügung stellen.


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    GehDenken 2011

    16.12.1944 - AUFRUF zum GehDenken - 16.12.2011

    Unser Gedenken gilt den Opfern der Zerstörung Siegens vor 67 Jahren und den Opfern von Verfolgung und Terror. Im Ergebnis eines verbrecherischen Krieges wurde unsere Stadt zerstört und viele Menschen fanden den Tod.
    An die Opfer erinnern wir in friedlicher und würdevoller Weise und wenden uns gegen diejenigen, die Gedenktage zu missbrauchen suchen.

    Unser „GehDenken“ bedeutet auch: Sich an die Fehler und Versäumnisse der Vergangenheit zu erinnern. Die Verfolgung und den Mord an Siegenern, die zuvor mit anderen Siegenern in guter Nachbarschaft lebten, nicht zu vergessen.

    "GehDenken" bedeutet auch: Sich an diesem bedeutsamen Tag gegen das Gedankengut zu wenden, das vor fast achtzig Jahren den Weg in die Katastrophe bereitete, und auch heute wieder in manchen Köpfen herumspukt.

    „GehDenken“ bedeutet auch: Sich gegen jede Form von Rassismus, Antisemitismus, Diskriminierung und Demokratiefeindlichkeit zu wehren und damit letztendlich auch terroristischer Gewalt den Nährboden zu entziehen.

    „GehDenken“ bedeutet auch: Sich für die gleiche Würde aller Menschen, die soziale Gerechtigkeit, die Solidarität einzusetzen, den Willen, friedlich miteinander zu leben und unser Gemeinwesen gegen alle Feinde der Demokratie zu verteidigen."

    Zeitplan und Auflistung der Gedenkorte: Aufruf zum Ge(h)Denken 2011

    Der Journalist Raimund Hellwig aus Siegen hat eine neue Ausgabe des Alternativen Stadtrundgangs "Siegen unterm Hakenkreuz" erstellt, die am dem 16. Dezember an allen Gedenkorten kostenlos mitgenommen werden kann, aber sicher auch später noch erhältlich sein wird. Der Druck wurde vom Bündnis finanziert durch Mittel des Bundesprogramms „Toleranz fördern“.

    Ge(h)Denken!


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    Leben im Widerstand

    Wir dürfen in aller Bescheidenheit feststellen:
    Unser Symposium war ein guter Erfolg und eine gelungene Würdigung für Walter Krämer!


    Rund 80 Besucherinnen und Besucher konnten verzeichnet werden beim Symposium "Leben im Widerstand" am vergangenen Samstag im KrönchenCenter in der Siegener Oberstadt; zum Teil von weit her angereist und in allen Altersklassen vertreten.

    Eingeladen hatten die VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein und die Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora anlässlich des 70. Jahrestages der Ermordung Krämers in einem Außenlager des KZ Buchenwald am 06. November 1941.
    Zur Eröffnung sprachen Peter Hochmuth für die LAG Buchenwald-Dora in Vertretung für deren erkrankten Vorsitzenden Günter Pappenheim, Stadtkämmerer und 1. Beigeordneter der Stadt Siegen Reinhold Baumeister, sowie Joe Mertens für die VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein.

    Mertens unterstrich dabei noch einmal, dass die VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein den Vorschlag nach Benennung des Platzes vor dem Kreisklinikum in Weidenau unter gewissen Voraussetzungen für sehr gut halte. Das habe man bereits öffentlich erklärt. Inzwischen gebe es Unterstützung aus Parteien, Gewerkschaften und Verbänden, wie der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. Nun sei die Politik wieder am Zuge. Doch weder auf der Ratssitzung am 19.10., noch auf der Gesellschafterversammlung des Kreisklinikums am 20. des Monats, ausschließlich besetzt mit Kreistagsmitgliedern, habe sich ein entsprechender Tagesordnungspunkt finden lassen. Damit sei eine Ehrung zum 70. Jahrestag der Ermordung Krämers am 06. November schon jetzt vertan.

    Reinhold Baumeister brachte seine persönliche Meinung zum Ausdruck und nannte es "kein Ruhmesblatt", dass 70. Jahre nach der Ermordung Krämers durch Angehörige der SS noch kein Einvernehmen über eine Ehrung erzielt worden sei.

    Die aktuelle Debatte nannte er jedoch "einen guten Weg" und stellte abschließend fest, dass Krämer "ein Mensch war, der anderen half, zu einer Zeit und an einem Ort, die von Entmenschlichung gekennzeichnet waren". Weiter: "Humanität kennt kein Parteibuch."
    Presseschau:

    Westfälische Rundschau:
  • Humanität kennt kein Parteibuch

  • Wieder eine Chance verpasst/Kommmentar von Alexander Völkel

  • Radio Siegen:
    Nach langen Diskussionen bahnt sich eine Lösung an: Ehrung Walter Krämers wird wahrscheinlicher (vom 24.10./Rechte Spalte/Ton kurzzeitig online/Text im Archiv)

    Lokalzeit Südwestfalen:
    In den anschließenden Fachvorträgen beschäftigte sich Dr. Ulrich Peters eingehend mit dem kommunistischen Widerstand in Buchenwald und mit der Rolle, die die Aktivitäten des Häftlingskrankenbaus und Krämers dabei spielten.

    In seinem faszinierenden Vortrag "Die Massengefolgschaft und die Einsamkeit der Widerstandskämpfer" beschäftigte sich Prof. Dr. Kurt Pätzold mit den Bedingungen des antifaschistischen Kampfes, dessen Protagonisten häufig auf sich ganz allein gestellt waren, getrieben von innerer Überzeugung und am Leben gehalten von der Solidarität mit anderen. Er nannte hier die Attentäter des 20. Juli ebenso, wie den Hitlerattentäter Georg Elser. Im weiteren zeichnete er die Entwicklung der Zustimmung der deutschen Mehrheitsbevölkerung zum NS-Regime nach.

    Die Veranstaltung klang literarisch aus mit den Lebenserinnerungen des französischen Buchenwald-Häftlings Jacques Boulanger, der selbst von Krämer operiert und dem so das Leben gerettet wurde, vorgetragen von Gerd Hoffmann von der LAG Buchenwald. Zum Abschluss der Veranstaltung sagen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gemeinsam das "Lied der Moorsoldaten".

    Die Veranstaltung wurde umfangreich in Bild und Ton dokumentiert und es ist die Absicht der Veranstalter eine Dokumentation der Tagung auf DVD zu erstellen. Deren Veröffentlichung wird noch gesondert bekannt gegeben werden.

    Am 06. November führt die VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein eine kleine Gedenkfeier auf dem Hermelsbacher Friedhof am Grab der Eheleute Krämer durch. Hierzu sind alle Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen.



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    Platzbenennung

    Die VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein begrüßt sehr, dass sich nach den langen Jahren der Auseinandersetzung um eine Würdigung der Verdienste Walter Krämers nun scheinbar eine Lösung abzeichnet. Der Vorschlag, der dies möglich zu machen scheint, stösst auch bei uns auf großes Interesse.

    Derzeit in der Diskussion ist die Benennung des Platzes vor dem Haus Hüttental des Kreisklinikums Siegen. In einer vorangegangen Pressemitteilung haben wir bereits festgestellt, dass wir die Verknüpfung des Namens mit einem Ort des Heilens und der Pflege für sehr gelungen halten. Es sind gerade die Leistungen Krämers als Lebensretter im KZ Buchenwald, die unwidersprochen sind, was die Akzeptanz des Vorschlages deutlich erhöhen dürfte.

    Wir möchten aber feststellen, dass aus unserer Sicht dieser Vorschlag nur dann eine wirkliche Lösung darstellt, wenn drei wichtige Voraussetzungen erfüllt sind. Diese sind:

    1. Der Platz muss zu einem "echten" Platz aufgewertet werden, d.h. er muss auch als solcher im Straßenverzeichnis der Stadt Siegen geführt werden.

    2. Der Platz hieße dann Walter-Krämer-Platz und das Krankenhaus muss die Hausnummer 1ff. erhalten.

    3. Neben einem Straßenschild muss auch eine Gedenktafel auf dem Platz angebracht werden, die den Lebensweg Walter Krämers darstellt und den besonderen Bezug zum Krankenhaus als Stätte der Würdigung deutlich macht.

    Ohne diese Voraussetzungen würde die ansonsten wirkungslose Benennung dem Stellenwert Walter Krämers in keiner Weise gerecht.

    Wir möchten unserer Hoffnung Ausdruck verleihen, dass sich dieser Sichtweise auch die anschließen können, die den bisherigen Vorschlägen für eine Ehrung Walter Krämers immer ablehnend gegenüberstanden und es angesichts des bevorstehenden 70. Jahrestages der Ermordung Krämers schon bald zu einer Einigung kommt.

    Es ist endlich an der Zeit!


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    Tagung

    Symposium zu Ehren Walter Krämers: "Leben im Widerstand"
    Die VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein und die Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e.V. richten am 22.10.2011 im KrönchenCenter der Stadt Siegen ein Symposium unter dem Titel "Leben im Widerstand" aus. Das Symposium findet zu Ehren des Siegener Kommunisten Walter Krämer statt, dessen Ermordung im Außenlager Goslar des KZ Buchenwald sich am 06. November diesen Jahres zum siebzigsten Male jährt.

    Das Symposium soll Gelegenheit geben, in einem angemessenen Rahmen über das Wirken und die Leistungen Krämers im Kontext der Umstände seiner Zeit zu diskutieren und somit einen Beitrag zur Versachlichung der seit Jahren andauernden kontroversen Diskussionen um Walter Krämer in der Region zu leisten.

    Das Symposium stellt somit auch einen Ersatz für die historische Kommission dar, für die sich die VVN-BdA vergeblich eingesetzt und zu diesem Zweck fast 1500 Unterschriften gesammelt hatte. Sah es zuerst günstig für diesen Vorschlag aus, hatten sich die im Rat vertretenen Parteien aus finanziellen Überlegungen heraus schließlich doch gegen eine wissenschaftliche Aufarbeitung ausgesprochen.

    Die jüngsten Versuche eine angemessene Würdigung Krämers zu erwirken, waren am Votum des Siegener Rates gescheitert. Nach der anschließenden überraschenden Ankündigung der CDU-Stadtratsfraktion, nun doch zu einer Ehrung Krämers bereit zu sein, ist bislang jedoch nichts weiter geschehen.

    Nach dem gescheiterten Versuch, die neue Brücke über die Sieg in die Oberstadt nach Krämer zu benennen, darf man sehr gespannt sein, was die CDU nun als konsensfähigen Vorschlag aus dem Hut zaubern möchte.

    Vorschlag aus dem Kreishaus
    Umso interessanter ist aus Sicht der VVN-BdA ein Vorschlag aus dem Siegener Kreishaus, der seit geraumer Zeit im politischen Raum kursiert und auf Landrat Paul Breuer zurückzuführen ist. Dabei geht es um die Benennung des neugestalteten Platzes vor dem Eingangsbereich des Weidenauer Krankenhauses nach Walter Krämer.

    Vor Jahren war schon einmal gefordert worden, das Haus Siegen des Kreisklinikums nach dem Siegener Kommunisten zu benennen. Der Vorschlag verhallte jedoch ungehört.

    Aus unserer Sicht ist dieser neue Vorschlag Paul Breuers eine äußerst interessante Variante, die hoffentlich auch im Siegener Rat gehört werden wird. Die von allen anerkannten Leistungen Krämers, die auch zu seiner Würdigung durch die israelische Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem geführt hatten, sind die als "Arzt von Buchenwald".

    Die Verknüpfung seines Namens mit einem Ort des Heilens und der Pflege wäre demnach aus unserer Sicht der richtige Weg, da dies auch für später Zeiten eine gute Anknüpfungsmöglichkeit böte, um Geschichte zu vermitteln.

    Selbstverständlich müsste über die genaue Ausgestaltung dieses Ansinnens noch beraten werden. Die VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein kann sich mit dem Gedanken unter bestimmten Voraussetzungen jedoch anfreunden und hat dies Paul Breuer auch bereits mitgeteilt. Wir empfehlen den Siegener Ratsfraktionen den Vorschlag des Landrates ebenfalls genau zu prüfen.

    Zum Symposium im KrönchenCenter werden Gäste aus der ganzen Bundesrepublik erwartet. Es wäre doch für alle gut, diesen anlässlich des 70. Jahrestages der Ermordung Krämers endlich eine konsensfähige Lösung präsentieren zu können.

    Mit Prof. Dr. Kurt Pätzold und Dr. Ulrich Peters konnten bereits zwei ausgewiesene Experten als Referenten gewonnen werden.

    Zum Symposium sind alle Bürgerinnen und Bürger herzlich eingeladen. Eine verbindliche Voranmeldung ist jedoch erforderlich. Bei Anmeldung wird eine Tagungsgebühr von 15 € (10 € ermäßigt) erhoben. In dieser sind die Kosten für die Verpflegung und die spätere Dokumentation der Tagung enthalten. Anmelden kann man sich derzeit schon per E-Mail unter der Adresse vvn-bda@gh-siegen.de.

    Zu einem späteren Zeitpunkt werden wir die regionalen Medien zu einem Pressegespräch einladen und sämtliche Details zum Symposium vorstellen.

    [weitere Informationen]



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    Schande!

    Die konservative Ratsmehrheit aus CDU, FDP und UWG hat Walter Krämer in der Ratssitzung am 25. Mai wieder einmal die Ehrung versagt. Wie beschämend das ist, brauchen wir nicht zu erklären. Schlimm, wie so die Opfer des deutschen Faschismus verhöhnt werden. Diese Leute stellen unter Beweis wie unfähig sie des angemessenen Umgangs mit der deutschen Vergangenheit sind.

    Von der CDU kam dazu noch nicht einmal ein Wort der Erklärung und die Ex-Grundschulleiterin und Fraktionsvorsitzende Höpfner-Diezemann schämt sich dafür noch nicht einmal.

    Aber auch Bürgermeister Mues schwieg zum eigentlichen Thema und rügte uns lediglich für unsere Aktion. Dabei erinnerten wir nur an die Übergabe von fast 1500 Unterschriften an ihn. Was ist geworden aus seinem Versprechen diesmal für eine Ehrung zu sorgen? Von einer Kommission ist keine Rede mehr. Sollen wir das etwa einfach hinnehmen?

    Das Ergebnis muss nun genau reflektiert werden. Das Konzept des "Siegener Bündnis für Demokratie" für den 16.12., wie es 2010 erstmalig umgesetzt wurde, ist hervorragend. Aber von wem wird es eigentlich getragen?

    Der Bürgermeister und CDU-Mann André Schmidt, als einer der Sprecher des Bündnisses, stehen nicht für eine Mehrheit innerhalb der CDU. Das ist nun ganz offensichtlich geworden. Wir stellen fest: Wir sehen derzeit keine Basis mehr zur gemeinsamen Aktion am 16.12. mit dieser CDU.

    Hier die Berichte der regionalen Medien zum gestrigen Entscheid:

    Siegener Zeitung, 26.05.2011: Eklat auf der Tribüne

    Westfälische Rundschau, 26.05.2011: Eine Schande für Siegen (Kommentar)

    Westfälische Rundschau, 26.05.2011: Rat sagt Nein: Walter Krämer wird in Siegen nicht geehrt

    Wir rufen Euch auf, Euch aktiv in die Diskussion einzubringen!


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    Petition

    Gedenken an homosexuelle Opfer

    Eine Delegation der Schwulen Initiative Siegen legte am Gedenkstein für die homosexuellen Männer im KZ Buchenwald einen Kranz nieder. Die Westfälische Rundschau berichtet:



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    66. Jahrestag der Selbsbefreiung

    Besondere Ehrung für Walter Krämer

    In einer bewegenden Feierstunde hat die Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e.V. im Kinosaal der Mahn- und Gedenkstätte Buchenwald anlässlich des 66. Jahrestages der Selbsbefreiung der Häftlinge am 11. April des Jahres 1945 in besonderer Weise an Walter Krämer erinnert. An der Gedenkveranstaltung nahm neben Bertrand Herz, Präsident des Internationalen Komitees Buchenwald Dora und Kommandos (IKBD) auch der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, teil. Aus dem Siegerland waren ca. 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dem DGB Südwestfalen und dem VVN-BdA zu den Feierlichkeiten angereist.

    Der Krämer-Biograph Karl Prümm stellte in einem Vortrag noch einmal das Leben und die Leistungen Krämers dar, während Joe Mertens für die VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein vom bereits jahrezehntelangen zähen Ringen um die Anerkennung der Verdienste des Siegener Kommunisten in dessen Heimatstadt Siegen berichtete. Im Anschluss an die Feierstunde der LAG Buchenwald folgte die zentrale Kundgebung des IKBD auf dem Appellplatz des Lagers an der auch wieder zahlreiche Überlebende des Konzentrationslagers teilnahmen.

    Dort trat auch Romani Rose als Redner auf, der am Ende seiner Rede einen Appell an die Verantwortlichen in der Stadt Siegen richtete, ihre Blockhadehaltung doch endlich aufzugeben und Krämer die Ehre zu teil werden zu lassen, die ihm zustehe.

    Höhepunkt des Tages war dann schließlich die Enthüllung einer Gedenktafel für Walter Krämer im Krematorium des ehemaligen Konzentrationslagers. Während des gesamten Tages konnte dank der Erlaubnis der Gedenkstättenleitung die Walter Krämer-Ausstellung der VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein gezeigt werden.

    Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der Fahrt zeigten sich tief bewegt von der Art und Weise wie an der Stätte des faschistischen Terrors an den Siegener Walter Krämer erinnert wurde und in Zukunft gedacht wird.

    Fotostrecke
    Zu den Seiten der Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora


    Die neue Gedenktafel im Krematorium der Gedenkstätte Buchenwald

    Presse:
    Die Westfälische Rundschau berichtet in ihrer aktuellen Ausgabe (19. April 2011) sowohl in der "Rundschau für das Siegerland", als auch im überregionalen Teil über die Aktivitäten des vergangenen Wochenendes. Der Gang zum Kiosk ist also lohnenswert.
    Scans der Berichte finden sich in niedriger Auflösung in unserer Dropbox (zum Download anklicken):
    Hauptartikel | Anreisser | Überregionaler Teil*
    *Anmerkung: Walter Krämer ist selbstverständlich nicht der erste Deutsche, dessen die Lagerarbeitsgemeinschaft gedenkt. Er ist jedoch der erste Deutsche, dem die Ehre zuteil wird, dass für ihn eine Gedenktafel im Krematorium aufgehängt wurde.


    Bereits vor einigen Wochen hatte die bundesweit erscheinende Tageszeitung "Neues Deutschland" unter der Überschrift "Noch kein Sieg in Siegen"/ND, 01. April 2011 (Web-Link) über Walter Krämer und die Aktivitäten der VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein berichtet.


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    Petition

    Die LDK der VVN-BdA NRW hat u.a. folgende Petition an den Landtag beschlossen:

    Gemeinsames Handeln der Demokraten zum Stopp der Nazis

    Der Landtag von Nordrhein-Westfalen möge beschließen:

    In einer gemeinsamen Resolution wenden sich die Mitglieder des Landtages gegen alle Aufmärsche von Neonazis in den Städten und Gemeinden unseres Bundeslandes. Sie sprechen sich entschieden für Mitmenschlichkeit und Toleranz, gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt aus.

    Rassismus, Kriegshetze und Fremdenfeindlichkeit sowie alle Bemühungen, die Verbrechen des Naziregimes zu verharmlosen, haben in unserem Land keinen Platz.

    Die Nazi-Aufmärsche werden nunmehr seit zehn Jahren in verstärktem Maße hier geduldet, obwohl eine überwältigende Mehrheit der Bürgerschaft unserer Städte und Gemeinden sie ablehnen.

    Die Mitglieder des Landtages bedauern die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, auch am 4. September 2010 einen Aufmarsch der Neonazis in Dortmund genehmigt zu haben.

    Sie sprechen sich gemeinsam dafür aus, alle Naziaufmärsche zu beenden. Die Mitglieder des Landtages erwarten vom Bundesverfassungsgericht, seine bisherige Rechtsprechung zu überdenken und in künftigen Entscheidungen über Demonstrationsverbote insbesondere sein eigenes Grundsatzurteil vom November 2009 zu beachten.

    Unverzichtbar ist, die Achtung von Recht und Gesetz auch zu einer unmittelbaren Aufgabe des Landtages zu machen. Unverzichtbar ist, dass die demokratisch gewählten Gremien handeln, und dies nicht der Polizei überlassen. Insbesondere mobilisiert der Landtag dazu die Öffentlichkeit, ermutigt die Bürgerinnen und Bürger zur Zivilcourage und beteiligt sich demonstrativ an den Protestaktionen. Mit Entschiedenheit gilt es, der Demokratie der Mehrheit gegen den Terror einer Minderheit Geltung zu verschaffen.

    Im einzelnen wird gefordert:

    1. Das Prinzip des Oberverwaltungsgerichts Münster sollte angewendet werden, welches lautet: "Eine rechtsextremistische Ideologie lässt sich auch nicht mit den Mitteln des Demonstrationsrechts legitimieren." (Beschluss OVG NRW, Az 5 B B 585/01)

    2. Es wird somit das Grundgesetz angewendet, dessen Artikel 139 die zur "Befreiung des deutschen Volkes vom Nationalsozialismus und Militarismus" erlassenen Rechtsvorschriften zu geltendem Recht macht; - dieser Artikel wurde beim Beitritt der Bundesrepublik Deutschlands in die UNO und bei Grundgesetzentscheidung nach der Herstellung der Einheit Deutschlands bekräftigt.

    3. Es wird die Entscheidung des Bundestages angewendet, der den § 130,4 geschaffen hat, der besagt: Es "wird bestraft, wer öffentlich oder in einer Versammlung den öffentlichen Frieden in einer die Würde der Opfer verletzenden Weise dadurch stört, dass er die nationalsozialistische Gewalt- und Willkürherrschaft billigt, verherrlicht oder rechtfertigt."

    4. Es wird die Entscheidung des Bundestages angewendet, der in das Versammlungsgesetz hineingeschrieben hat: "Eine Versammlung oder ein Aufzug kann insbesondere verboten (…) werden, wenn 1. die Versammlung oder der Aufzug an einem Ort stattfindet, der als Gedenkstätte von historisch herausragender überregionaler Bedeutung an die Opfer der menschenunwürdigen Behandlung unter der nationalsozialistischen Gewalt- und Willkürherrschaft erinnert und 2. nach den zur Zeit des Erlasses der Verfügung konkret feststellbaren Umständen zu besorgen ist, dass durch die Versammlung oder den Aufzug die Würde der Opfer beeinträchtigt wird." (Versammlungsgesetz § 15,2)

    5. In diesem Sinne hat das Bundesverfassungsgericht bereits im November 2009 entschieden: "Wegen der besonderen Geschichte Deutschlands gilt in der Frage der Meinungsfreiheit für Nazis eine Ausnahme. ‚Angesichts des Unrechts und des Schreckens, den die Naziherrschaft über Europa und weite Teile der Welt gebracht habe', enthalte das Grundgesetz in diesem Punkt eine Ausnahme vom Verbot, ein Sonderrecht gegen bestimmte Propaganda zu schaffen. Denn ‚das Grundgesetz kann weithin geradezu als Gegenentwurf zu dem Totalitarismus des national-sozialistischen Regimes gedeutet werden'." (Az. 1 BvR 2150/08) (Zitiert nach dpa vom 17.11.09)

    6. Die Städte Wunsiedel und Karlsruhe haben die Anwendung des § 130,4 des Strafgesetzbuches gegen Neonaziaufmärsche vorgenommen und sind damit gut gefahren. So konnten die Naziaufmärsche verboten werden. Das sollte auch in unseren Städten und Gemeinden möglich sein.
    Einstimmig beschlossen von der LDK der VVN-BdA NRW am 26.02.2011 in Düsseldorf.

    Mehr zu den Beschlüssen der LDK finden Sie auf den Seiten der VVN-BdA NRW.


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    Dresden nazifrei!
    - Am Montag danach


    Es wird wieder mit allen Mitteln versucht den erneuten Erfolg des Bündnisses "Dresden nazifrei!", welches auch von der VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein unterstützt wird, kaputt zu reden. Selektive Auswahl von Bildmaterial, fehlerhafte Kommentare dazu und unwissendes Geschreibsel sollen das Bild eines durchweg gewalttätigen Antifaschismus prägen, damit in der Öffentlichkeit der Extremismuskeule weiter zum Durchbruch verholfen werden kann.

    Blockaden müssen durchgesetzt werden und dabei kommt es zwangsläufig zu Reibereien. Sinnlose Gewaltexzesse sind dabei selbstverständlich abzulehnen. Der Aktionskonsens des Bündnis spricht eine eindeutige Sprache.

    Vieles haben eben die zu verantworten, die DGB-Mahnwachen verbieten und Nazis den Weg frei knüppeln lassen. Das Verhalten der Polizei war nämlich mitnichten deeskalierend, sondern hoch problematisch bis hin zu äußerst fragwürdig. Da nützt auch das Gejammer von Landespolizeipräsident Bernd Merbitz nix. Pfefferspray, Knüppel, Wasserwerfer und eine neue Gewehr ähnliche Waffe und sogar Drohnen gehörten zum Repertoire der Einsatzkräfte am vergangenen Wochenende. Und von allem wurde hemmungslos Gebrauch gemacht. So wie es die Gerichte und die Dresdner Stadtoberen von der Polizei verlangt haben.

    Ein differenziertes Bild wird wohl schwerlich Gehör finden in der BRD-Öffentlichkeit. Aber noch einmal: Wer blockieren will, muss bereit sein sich über behördliche Anordnungen und Polizeisperren hinweg zu setzen. Wie soll das sonst funktionieren?

    Die Presse veröffentlicht Bilder einer bunten Menschenmenge, die sich Bahn bricht durch eine Polizeikette und faselt dazu etwas vom "schwarzen Block". Das ist allzu durchsichtig. Denn in Dresden hat ein breites gesellschaftliches Bündnis den Naziaufmarsch verhindert. Das soll verschwiegen werden. Es kann eben nicht sein, was nicht sein darf.

    Helft mit dieser Kampagne den Nährboden zu entziehen!

    Hier findet Ihr einen Bericht, der gut die Ereignisse des 19.02. zusammenfasst: Nazis frustriert Polizei ueberfordert - Antifa happy (ND, 21.02.2011) Darin auch Stellungnahmen von Bundestagsvizepräsidenten Wolfgang Thierse (SPD) und dem Oberbürgermeister von Jena, Albrecht Schröter. Beide gehörten mit zu den BlockadeteilnehmerInnen und wurden Augenzeugen des Vorgehens der Polizei.

    Darin ebenfalls ein Video, welches den Naziüberfall auf ein alternatives Wohnprojekt am Samstagnachmittag zeigt, wobei die Polizei untätig zugeschaut hat, während in der Innenstadt Blockaden mit Wasserwerfern und anderen Waffen geräumt wurden.

    Ein Video zum Überfall der Polizei auf das Organisationsbüro von "Dresden nazifrei!" findet Ihr hier: Youtube: LKA läßt Pressebüro von "Dresden-Nazifrei" stürmen

    Dieser Versuch einer Kriminalisierung des Bündnisses geht gegen alle Antifaschistinnen und Antifaschisten und ist nicht hinnehmbar. Schaut, ob Ihr den Leuten vor Ort nun irgendwie helfen könnt.

    Am Schluss bleibt aber etwas ganz wichtiges festzuhalten: Es ist erneut gelungen, mit noch mehr Menschen als im letzten Jahr, den größten Naziaufmarsch Europas zu blockieren.

    Glücklich können wir also rufen: No pasaran!

    Weitere interessante Links:
  • Spiegel Online: Neonazi-Attacke: Angriff auf Wohnhaus - Polizei sieht zu (20.02.2011)

  • Der Jenaer Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter fordert: Dresden muss auch mit dem “Bündnis Dresden-Nazifrei” reden!


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    Tag des Gedenkens an die
    Opfer des Nationalsozialismus


    "Alte und junge Netphener wollen gemeinsam erinnern" / "Befreiung kam zu spät" - WR und SZ berichten über  die gemeinsame Veranstaltung der Stadt Netphen, der Realschule am Kreuzberg und der VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein im Alten Feuerwehrhaus in Netphen.
    WR, 28. Januar 2011: "Für die Familie Faber kam die Befreiung des KZ Auschwitz zu spät"

    (Zum vergrößern anklicken, PDF!)
    SZ, 28. Januar 2011: "Erstmals Gedenkveranstaltung für Familie Faber / Tiefe Betroffenheit"

    (Zum vergrößern anklicken, PDF!)


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    Mobi-Video

    So geht‘s!

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    GehDenken! 2010

    Trotz eisiger Temperaturen und der teils starken Schneefälle fanden doch etliche Besucherinnen und Besucher Ihren Weg zu unserer kleinen Ausstellung über das Leben und Wirken Walter Krämers auf dem Platz vor dem Apollo-Theater.

    Für uns war dies eine gelungene Aktion und wir werden dies auch ins Bündnis tragen. Wir sollten im nächsten Jahr genau hier weiter machen und weiter für die Akzeptanz, dieses von einem bemerkenswert breiten Bündnis getragenen Erinnerungskonzept, werben. Wir danken allen, die unsere Aktion unterstützt, besucht und überhaupt erst möglich gemacht haben.

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    Erinnern

    GehDenken! 16.12.2010


    GehDenken! Dazu fordert das Siegener Bündnis auch in diesem Jahr wieder die Siegerländer auf. GehDenken, das bedeutet: Sich an die Fehler und Versäumnisse der Vergangenheit zu erinnern, an Verfolgung und Mord an Siegenern, die zuvor mit anderen Siegenern in guter Nachbarschaft lebten. GehDenken - das bedeutet auch, dass die breite Masse der Siegener sich an diesem bedeutsamen Tag gegen das Gedankengut wendet, das vor achtzig Jahren den Weg in die Katastrophe bereitete, und auch heute wieder in manchen Köpfen herumspukt.

    Das Siegener Bündnis hat in den vergangenen Jahren zu Demonstrationen aufgerufen. In diesem Jahr lädt das Bündnis, ein Zusammenschluss einer Vielzahl von Gruppen und Vereinigungen quer durch die Gesellschaft zu einem alternativen Stadtrundgang zu den Stätten der Vergangenheit ein, angefangen bei dem Haus der Arbeit in der Sandstraße, das 1933 von der SA überfallen wurde, bis zum Bahnhof, wo Siegener Bürger ihre Reise in die Vernichtungslager antraten.

    Vor dreißig Jahren begann die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit die Tradition der alternativen Stadtrundfahrten in Siegen - wir wollen sie jetzt, 65 Jahre nach dem Ende der Naziherrschaft, 66 Jahre nach dem verheerenden Bombenangriff auf Siegen, wieder aufgreifen.

    Kaum noch in Erinnerung ist der Name Rudolf Wagener, ein Schüler des Realgymnasiums, der von der Schule verwiesen wurde, weil er Mitglied der bündischen Jugend war, und der im Krieg umkam. Wer erinnert sich noch an Namen wie Peter Müller und Gustav Vitt , die beim Überfall auf das Gewerkschaftshaus schwer misshandelt wurden? Und Theodor Noa und Wilhelm Ochse - Jüngere können mit diesen Namen nur noch wenig anfangen. Umso dringender ist es, an diese Siegener zu erinnern.

    Die 15 historischen Orte werden von verschiedensten Gruppen betreut, die sich in die Geschichte „ihrer“ Station eingearbeitet haben und den Besuchern Informationen geben können.
    Zum Programm

    Download des Flyers mit Übersicht über die Stationen (2,2 MB)
    Logo Geh denken Siegen 2010



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    Walter Krämer endlich ehren!

    Unterschriften an Siegens Bürgermeister Mues übergeben

    Am Donnerstag, den 11.11. konnten wir 1480 Unterschriften an Siegens Bürgermeister Steffen Mues übergeben. Wir haben damit unser selbstgestecktes Ziel von 1000 Unterschriften deutlich übertroffen. Wir danken allen, die sich an der Sammlung beteiligt haben und mit ihrer Unterschrift dem Anliegen Nachdruck verliehen haben.

    Steffen Mues hat bereits angekündigt, dass der Rat der Stadt Siegen unserem Vorschlag zur Einrichtung einer historischen Kommission folgen wird. Wie diese jedoch konkret aussehen soll ist noch unklar. Die Verwaltung erarbeitet derzeit eine Vorlage.

    Wir haben schon jetzt angekündigt, die Arbeit einer solchen Kommission nach besten Kräften durch Herstellung des Kontaktes zu Zeitzeugen und eine Vortragsreihe unterstützen zu wollen.

    Die Westfälische Rundschau war auch zugegen: Historische Kommission zu Walter Krämer (WR Lokal Siegen, 12.11.2010)

    Die Lokalzeit Siegen hat gestern ebenfalls bereits berichtet:



    Zum Youtube-Kanal der VVN-BdA Siegerland-Wittgnstein



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    Walter Krämer endlich ehren!

    Unterschriftenkampagne für Einrichtung einer historischen Kommission beendet

    Heute am 06. November, dem Tag an dem Walter Krämer vor 69 Jahren von Angehörigen der SS ermordet wurde, haben wir unsere Unterschriftenkampagne "Walter Krämer endlich ehren!" beendet.

    Am kommenden Donnerstag, dem 11. November werden wir die Unterschriften Bürgermeister Steffen Mues stellvetretend für den Rat der Stadt Siegen übergeben. Bis dahin werden uns wohl auch alle noch kursierenden Listen erreicht haben. Erst dann können wir auch die Gesamtsumme der gesammelten Unterschriften bekanntgeben. Unser selbstgestecktes Ziel von 1000 Unterschriften haben wir vor einiger Zeit bereits erreicht. Unser Dank gilt schon jetzt allen, die ihre Unterschrift geleistet haben und den zahlreichen fleißigen Sammlerinnen und Sammlern.

    Hoffen wir, dass wir der Debatte im Rat der Stadt Siegen damit einen wichtigen Impuls geben können.


    Aktionstag für soziale Gerechtigkeit in Siegen.
    Selbstverständlich auf dem Walter-Krämer-Platz. Wo sonst?



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    Aktionstag

    Gegen die soziale Demagogie von Rechts!

    1945 - 2010
    65 Jahre nach dem Ende des deutschen Faschismus gilt:

    Antifaschistisches Engagement beinhaltet auch die Verteidigung des Sozialstaates vor allen Anschlägen, die rechten Kräften Auftrieb geben und dazu führen, dass soziale Demokratie und Menschenwürde auf der Strecke bleiben. Auch hier haben wir die Lehren der Geschichte in Erinnerung.

    Gegen die soziale Demagogie von Rechts!

    Unter diesem Motto hat sich die VVN-BdA am Aktionstag des Bündnis "Siegen für soziale Gerechtigkeit" beteiligt und dabei die Kampagne Vermögensteuerjetzt! unterstützt.

    Die Kampgane, die von verschiedenen Vertreterinnen und Vertretern nicht-staatlicher Organisationen, Gewerkschaften und Parteien ins Leben gerufen wurde, kann auch online unterzeichnet werden. Einfach dem Link folgen. Dort gibt es ebenfalls zahlreiche Hintergrundinfos.


    Stand der VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein





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    Pressemitteilung

    Film über das KZ Buchenwald im Viktoria Kino in Dahlbruch gezeigt
    VVN-BdA hat bereits genügend Unterschriften gesammelt

    Zum Höhepunkt der Unterschriften-Kampagne „Walter Krämer endlich ehren!“ zeigte das Viktoria Filmtheater in Dahlbruch in Kooperation mit der VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein und der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit am vergangenen Montag den DEFA-Klassiker „Nackt unter Wölfen“ nach dem weltberühmt gewordenen gleichnamigen Roman von Bruno Apitz.

    Verena Stamm (VVN-BdA) erinnerte in einigen einleitenden Worten daran, dass Apitz, der selbst Häftling in Buchenwald war, mit seinem Werk seine schrecklichen Erfahrungen verarbeitet und dem Widerstand und der beispiellosen Solidarität der Häftlinge ein literarisches Denkmal gesetzt habe. Eine der Titelfiguren der Erzählung trägt daher auch den Namen Walter Krämers. Es sei seine „menschliche Pflicht, den Namen dieses hervorragenden Menschen der Vergessenheit zu entreißen“ hatte Apitz selbst einmal seine Beweggründe geschildert.

    Jochen Manderbach, Chef des Viktoria Kino, hatte die Kampagne der VVN-BdA von Beginn an unterstützt. Fast 250 seiner Gäste unterzeichneten in den letzten Wochen den Kampagnen-Aufruf.

    Die VVN-BdA hat inzwischen rund 1100 Unterschriften zusammengetragen und damit ihr selbst gestecktes Ziel bereits vor Ablauf der Frist erreicht. Die Unterschriften sollen am 06. November, dem Jahrestag der Ermordung Krämers, stellvertretend für den Rat der Stadt Siegen an Bürgermeister Steffen Mues übergeben werden.

    Die VVN-BdA fordert die Einrichtung einer historischen Kommission, die das Leben und Wirken des Siegerländer Kommunisten darstellen soll, um so die Voraussetzung für eine angemessene Würdigung zu schaffen.

    Verena Stamm hob jedoch ausdrücklich noch einmal hervor, dass eine Würdigung der Verdienste Krämers sich nicht allein an historischen Fakten messen lasse, denn die Leistungen Krämers seien unwidersprochen. Vielmehr sei es eine Frage der Moral. Krämer sei ein Vorbild für uns heute.

    Zu den Gästen im Dahlbrucher Kino gehörte auch Frau Alisa Tennenbaum aus dem israelischen Partnerkreis Emek Hefer (ganz rechts), die im August 1939 mit dem letzten Kindertransport nach England in ein Kinderheim entkommen konnten. Auf Einladung der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit im Siegerland e.V. besucht Sie zur Zeit Siegerländer Schulen. Auch sie unterzeichnete für Walter Krämer. (Foto: VVN-BdA)


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    Gotcha!

    (17.11.2010) Update!: Der WDR 5 hat in seiner Sendung Westblick vom 10.11.2010 anhand des Falles Stangier/VFB Wilden über die Problematik "Nazis in Fußballvereinen" berichtet. Der Beitrag kann auf recherche-siegen.tk in voller Länge angehört werden:
    Rote Karte gegen rechten Kicker, Wie sollen Fußballvereine auf Rechte reagieren? (8:30 min)

    Update!: Der VFB Wilden hat gehandelt, Stangier ist vom Spielbetrieb ausgeschlossen!

    Die WR schreibt dazu:

    VfB Wilden schließt Neonazi-Fußballer aus
    Verein reagiert auf Razzia


    Wilnsdorf-Wilden. Der Vorstand des Sportvereins VfB Wilden hat einen Sportler mit Neonazi-Hintergrund mit sofortiger Wirkung vom Sportbetrieb ausgeschlossen. "Der Sportler betreibt einen Internetversand, mit dem 'NS-Devotionalien' vertrieben werden", heißt es in der am Donnerstag verbreiteten Pressemitteilung des Vereins, der sich auf die Berichterstattung, am vorigen Freitag bezieht. Bei dem Fußballer handelt es sich um den 26-Jährigen Alexander S., dessen Versandhandel mit rechtsradikalen Materialien die Polizei in einer Razzia ausgehoben hatte. Er wird dem Umfeld der "Freien Nationalisten" zugerechnet; 2009 kandidierte er bei der Kommunalwahl für die NPD.

    (Quelle: Westfälische Rundschau, 17.09.2010)



    Vorgeschichte: Staatsschutz Hagen durchsucht Versandhandel in Wilnsdorf

    CD's und Geschäftsunterlagen sichergestellt

    Siegen - 09.09.2010 - 14:11 - Nachfolgend wird die heutige Pressemeldung der Pressestelle des Polizeipräsidiums Hagen übersandt:

    In den Morgenstunden des 08.09.2010 durchsuchten Beamte des Staatsschutzes der Hagener Polizei unter Beteiligung der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein aufgrund eines richterlichen Beschlusses die Räumlichkeiten eines Versandhandels für „NS-Devotionalien" in Wilnsdorf, der von einem 26-jährigen Mitglied der „rechten Szene“ betrieben wird. Es wurden zahlreiche verbotene CD’s und Geschäftsunterlagen sichergestellt. Die Ermittlungen dauern an.

    Quelle: Presseportal auf www.polizei-nrw.de

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    Die Westfälische Rundschau berichtet: Razzia bei Wilnsdorfer Neonazi

    Lokalzeit Südwestfalen: Kompakt

    Die Siegener Zeitung hat ebenfalls berichtet.

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    Vielleicht ist dies ja nun endlich Anlass genug für die Verantwortlichen des VFB Wilden Herrn A. Stangier nicht länger als harmlosen Mitläufer ab zu tun und in ihm endlich einen der Drahtzieher der extremen Rechten im Siegerland zu erkennen. Und daraus wären schleunigst Konsequenzen zu ziehen.

    A. Stangier ist Spieler des VFB Wilden und war schon dadurch aufgefallen, dass er dort Kameraden für die Wahlliste der NPD zu den letzten Kommunalwahlen angeworben hatte. Der Verein hatte A. Stangier in Gesprächen stets als harmlos dargestellt.

    Der Verein muss dringend seine Jugendarbeit auf den Prüfstand stellen und Maßnahmen ergreifen, die einen Sportbetrieb gemäß der Statuten des DFB sicher stellen:
    • [...] "in der Überzeugung, dass das Fußballspiel ein geeignetes Mittel zur Erziehung des jungen Menschen zur Persönlichkeit und zur Mitverantwortung darstellt" [...] (aus der Jugendordnung des DFB *.PDF)

    • [...] "Der Deutsche Fußball-Bund ist parteipolitisch und religiös neutral. Er tritt rassistischen, verfassungs- und fremdenfeindlichen Bestrebungen und anderen diskriminierenden oder menschenverachtenden Verhaltensweisen entschieden entgegen." [...] (§2 der Satzung des DFB *.PDF)


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    Offener Brief

    "Walter Krämers Leben steht für moralische Integrität, politische Geradlinigkeit und zutiefst verinnerlichten Humanismus."

    Die Lagerarbeitsgemeinschaft Buchenwald-Dora e. V. der ehemaligen Häftlinge des Konzentrationslagers hat sich mit einem Schreiben an den Bürgermeister der Stadt Siegen Steffen Mues gewandt.

    [weiterlesen]



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    Erklärung

    Resolution des Siegener Antifaschistischen Ratschlag

    Seit dem erstmaligen Auftreten der Freien Nationalisten Siegerland (FNSI), die dem Spektrum der militanten freien Kameradschaften zuzurechnen sind, und dem damit eng verknüpften verstärkten öffentlichen Auftreten der NPD ist es zu einer Vielzahl kleinerer aber auch schwer wiegender Anschläge auf Gebäude und Sachen, sogar Personen in der Stadt Siegen und dem Umland gekommen.


    Lokalzeit Südwestfalen
    vom 17.06.2010 zum Ratschlag
    Der Staatsschutz Hagen hatte vor geraumer Zeit daher schon erwogen, eine dauerhafte Außenstelle in Siegen einzurichten, dieses Vorhaben jedoch mit der nicht nachvollziehbaren Erkenntnis „Die Lage hat sich schnell wieder beruhigt“ verworfen. Davon kann jedoch überhaupt keine Rede sein (vgl. beiliegende Dokumentation/update: 17.10.2012).

    Die Siegener Polizei müht sich redlich, hat aber bislang keinerlei Fahndungserfolg in ihren Ermittlungen vorzuweisen. Dabei wird jedoch immer wieder betont, dass man die Drahtzieher und Täter sehr wohl kenne und auch wisse, aus welchem Umfeld sie kämen.

    Mit Ausnahme der Westfälischen Rundschau berichten die regionalen Medien gar nicht, nur bruchstückhaft und leider zum Teil fehlerhaft über die Vorkommnisse. Fast immer aber ohne eine Darstellung des Zusammenhangs der Taten untereinander, geschweige denn über die politischen Motive, die hinter den Anschlägen stecken.

    Die örtlichen Redaktionen folgen damit einer Strategie der Polizei, die Straftaten, die im Zusammenhang mit dem organisierten Rechtsextremismus stehen, aus ihren Mitteilungen an die Medien herausfiltert. Ziel soll dabei die Vermeidung von Nachahmungstätern sein und dies eine Deeskalation bewirken.

    Nach fast zwei Jahren müssen wir allerdings feststellen, dass diese Strategie lediglich dazu geführt hat, dass die Nazis ihren Terror weiterhin gezielt, ohne weitere Berücksichtigung in der Öffentlichkeit, verbreiten können. Die Öffentlichkeit wird bewusst über das tatsächliche Gefahrenpotential der Nazi- Szene im Kreis Siegen-Wittgenstein in Unkenntnis gehalten. Die Opfer der Gewalt werden dabei völlig sich selbst überlassen.

    Wir wollen, dass damit endlich Schluss ist!
    • Wir fordern die Polizei auf, ihre „Nachrichtensperre“ endlich zu beenden!

    • Wir fordern den Landrat Paul Breuer auf, gegen die FNSI ein Verfahren wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung zu beantragen!

    • Wir fordern die Medien auf, ihre Verantwortung gegenüber der Öffentlichkeit und den Opfern wahrzunehmen und in angemessener Weise über die Nazi- Aktivitäten in unserer Region zu berichten!

    • Wir fordern die Öffentlichkeit auf, Nazis und ihre Gewalt zu ächten, sich solidarisch mit den Opfern zu zeigen und offen gegen Antisemitismus, Rassismus und Rechtsextremismus Stellung zu beziehen!
    Die Resolution des Siegener Antifaschistischen Ratschlag wird unterstützt von:
    • Arbeitsgemeinschaft Siegerländer Friedensbewegung
    • Autonomes Kulturreferat an der Uni Siegen
    • Bündnis 90/ Die Grünen Stadtverband Kreuztal
    • DIE LINKE. Kreisverband Siegen-Wittgenstein
    • DIE LINKE. Fraktion im Rat der Stadt Siegen
    • DIE LINKE. Fraktion im Kreistag Siegen-Wittgenstein
    • DKP Siegen
    • Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland
    • Linksjugend [‘solid] Siegen
    • Nichtwissenschaftlicher Personalrat der Universität Siegen
    • Pädagoginnen und Pädagogen für den Frieden
    • Piratenpartei/Mitglieder in Südwestfalen
    • Schwule Initiative Siegen e.V.
    • SDS. DIE LINKE an der Uni Siegen
    • VEB Politik, Kunst und Unterhaltung
    • Verein zur Förderung von Kunst und Kultur im Siegerland e.V.
    • VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein
    • Zentrum für Friedenskultur
    • sowie diversen Einzelpersonen


    Den Text der Resolution als PDF-Dokument (50 KB)

    Die Auflistung als PDF-Dokument (56 KB)


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    65. Jahrestag der Befreiung -
    Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus
    8. Mai 2010 Hermelsbacher Friedhof



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    Bilder zum vergrößern anklicken.


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    NoNPD-Kampagne

    5000 Gründe für das NPD-Verbot

    Am 27. Januar startete die neue Kampagne "nonpd" der VVN-BdA

    mehr dazu...(externer link)




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    VVN-BdA Siegerland-Wittgenstein, vvn-bda@gh-siegen.de